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Problemstoffe im Wasser

Wissen Sie eigentlich, daß alles was nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn", im Klo, Waschbecken oder der Waschmaschine beseitigt wird, über kilometerlange Kanäle zur Kläranlage gepumpt werden muß? Gedankenlos wird damit diese wichtige Einrichtung im Dienste unserer Hygiene und Gesundheit mißbraucht. Störungen im biologischen Reinigungsprozeß der Kläranlage, Ablagerungen und Verstopfungen der Kanäle, Ausfälle der Pumpwerke sind die Folgen. Hohe Kosten für Instandsetzung und Sanierung belasten uns alle!

Eine kleine Aufzählung, was in Kläranlagen oder Pumpwerken gefunden wird, aber auf keinen Fall dorthin entsorgt gehört.

HAUSMÜLL - gehört nicht in den Kanal, sondern in die Abfalltonne
  • Strümpfe, Textilien (Feinstrumpfhosen können bis zu 15 Meter lang werden, wenn sie sich im Schneckenpumpenwerk verfangen. Sie können Rohre verstopfen, Meßergebnisse verändern und sogar Pumpen und Motoren beschädigen.)
  • Feuchttücher, Babytücher (meist auch feuchtes Toilettenpapier - Hinweise auf Verpackung beachten! Dies ein stark steigendes Problem, da Pumpen verstopfen, ausfallen und beschädigt werden. Stark steigende Instandhaltungskosten und vermehrte Ausfälle sind hier die Folge - Kosten, die wir alle tragen müssen!)
  • Wegwerfwindeln, Slipeinlagen, Tampons
  • Feststoffe, Verpackungen
  • Wattestäbchen, Rasierklingen
  • grobe Speisereste, Katzenstreu
KOCHEN - Reste in den dafür vorgesehenen Behälter (z.B. Fetty, Nöli)
  • Altspeiseöle (Auch wenn Speiseöle und -fette organische Stoffe sind, gehören sie nicht in den Kanal. In Verbindung mit Abwasser werden diese fest und führen zu erheblichen Verstopfungen. Außerdem beginnen sie anzufaulen und verursachen Geruchsbelästigungen.)
  • Bratenfette
  • Speisereste (durch Speisereste werden nicht nur Probleme mit Verstopfungen und Geruchsbelästigungen verursacht, sondern es werden auch die Ratten im Kanal gefüttert)

Verwenden Sie hier die Recyclingsysteme der Umweltdienste (Fetty, Nöli) oder die Recyclingsysteme der Gemeinden (Altstoffsammelzentren)

REINIGUNG - der Umwelt zuliebe Alternativprodukte verwenden
  • Waschmittel,
  • WC-Reiniger,
  • Allzweckreiniger,
  • Abwaschmittel,

Geschirrspülmittel, Waschmittel udgl. sind notwendig, bitte aber sparsam und genau dosiert verwenden. Zu intensive und zu häufig angewendete Mittel schaden dem Menschen und der Umwelt.

KOSMETIK - Entsorgung bei Altstoffsammelzentren
  • Nagellack
  • Nagellackentferner (Aceton)
  • Reste von Haarfärbeprodukten, Dauerwellenprodukten...
SONSTIGE CHEMIKALIEN - Entsorgung bei Altstoffsammelzentren
  • Quecksilber
  • Lösungsmittel
  • Säuren
HAUSAPOTHEKE - richtige Entsorgung: Apotheke oder Altstoffsammelzentrum
  • Medikamente sind ein Problemfall. Auf keinen Fall in den Ausguß oder im WC wegspülen.
GARTEN - unsere Mikroorganismen vertragen keine Bekämpfungsmittel
  • Schädlingsbekämpfungsmittel (Pestizide)
  • Pflanzenschutzmittel (Fungizide)
  • Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide)
  • Insektenvertilgungsmittel (Insektizide)
BAU - Entsorgung bei geeignete Deponien
  • Zementschlämme
  • Mörtelreste
  • Fliesenkleberreste
  • Bauschutt
  • Zement
  • Beton

Diese Stoffe verbetonieren zusammen mit dem Sand und Schlamm des Abwassers die Kanäle!

SENKGRUBENINHALTE - Entsorgung direkt bei Kläranlagen mit geeigneter Fremdschlammübernahmestelle
  • Sie unterliegen einer Schwefelwasserstoffgärung und "impfen" das Abwasser in der Kanalisation an. Dies führt zur Zerstörung der Kanäle und zu starker Geruchsbelästigung.
KRAFTFAHRZEUGE - unsere Mikroorganismen brauchen keine Schmiermittel
  • Altöle
  • Benzin, Diesel
  • Petroleum
  • Bremsflüssigkeit
  • Frostschutzmittel
  • Fahrzeugreinigungsmittel

Maschinenöl, Verdünner, Benzin usw. gehören unter gar keinen Umständen in den Abfluß. Sie können ebenfalls in den von den Gemeinden betriebenen Sammelstellen gefahrlos entsorgt werden. Mineralölprodukte werden von den Mikroorganismen schlecht bis gar nicht vertragen, was zu Einbußen der Reinigungsleistung führt. Leichtflüssige Stoffe wie Benzin und Verdünner können im Kanalnetz zur Explosionsgefahr werden.

HEIMWERKEN - größere Mengen dem Lieferanten zurückgeben, auf keinen Fall in den Ausguß
  • Beizen
  • Lacke, Lackverdünner
  • Fotochemikalien
  • Holzschutzmittel
  • Rostschutzmittel
  • Kühl- und Schmierstoffe
  • Farbstoffe

Die Lösungsmittel bestehen meist aus organischen Kohlenwasserstoffverbindungen und sind ebenso wie manche Pigmente umweltschädlich und können dem Abwasser in der Kläranlage nur schlecht und unvollständig entzogen werden.


Trinkwasser sparen

Österreich verfügt über ein sehr hochwertiges Quellwasser. Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland bezieht das gesammelte Wasser von Rax, Schneeberg und Wechsel zum überwiegenden Teil über das Brunnenfeld in Neudörfl und von den 2 Neufelder Brunnen. In unserer Region weist das Wasser einen durchschnittlichen Härtegrad von 11°dH auf.
Ohne auf Komfort oder die notwendige Hygiene verzichten zu müssen, können Sie durch folgende Maßnahmen wertvolles Trinkwasser sparen:

KÜCHE
  • Geschirr nicht unter fließendem Wasser abwaschen.
  • Mit Einhebelmischarmaturen kann die Wassertemperatur schneller eingestellt werden.
  • Geschirrspüler erst einschalten, wenn er vollgeräumt ist.
  • Beim Kauf von Geschirrspülern auf geringen Wasserverbrauch und auf ein Gerät mit Sparprogamm achten .
WÄSCHE WASCHEN
  • Waschmaschine erst einschalten, wenn die Trommel gefüllt ist.
  • Beim Kauf von Waschmaschinen auf geringen Wasserverbrauch und auf ein Gerät mit Sparprogamm achten .
BAD
  • Tropfende Wasserhähne sofort abdichten, da es pro Jahr zu einem Wasserverlust von 6000 Litern kommen kann. Das kostet Sie jährlich ca. 15 mal mehr als eine Neuabdichtung.
  • Duschen statt Baden - Sie verbrauchen ca. 2/3 weniger Wasser.
  • Beim Zähneputzen das Wasser nicht laufen lassen.
  • Der Einbau einer Düsenbrause bzw. von Durchlaufbegrenzern für Dusche und Wasserhahn verringert den Wasserverbrauch um 1/3.
  • Für Armaturen sind Keramikdichtungen am besten geeignet.
  • Mit Einhebelmischarmaturen kann die Wassertemperatur schneller eingestellt werden.
WC
  • Kontrollieren Sie die Abdichtungen Ihres Spülkastens - schon geringe Undichte verursacht einen Wasserverlust von ca. 50 Liter täglich... 18000 Liter pro Jahr!
  • Durch die Installation einer Toilette mit geringem Spülwasserdurchfluß, mit einem sogenannten Spülstopp oder einer Spültaste, mit der Sie die Wassermenge selbst bestimmen, reduzieren Sie den Wasserverbrauch und sparen pro Spülgang bis zu 8 Liter Wasser.
  • Die Komposttoilette/das Humusklo ist eine wassersparende Alternative für den nicht geschlossenen Siedlungsraum, der in unserem Verbandsgebiet schon sehr gering ist.
GARTEN
  • Die geringe Härte von Regenwasser eignet sich ausgezeichnet zum Blumengießen.
  • Durch die Bepflanzung, die Klima, Boden,... angepaßt ist, brauchen Sie weniger Gießwasser im Garten.
AUTO
  • Am besten Sie bringen es in eine moderne Autowaschanlage, wo das Wasser umweltschonend im Kreis geführt wird.

Abwasser vermeiden

Wie beim Einsparen von Trinkwasser schützen wir auch beim Vermeiden von Abwasser unsere natürlichen Trinkwasservorkommen.


KÜCHE
  • Fette und Öle aus der Bratpfanne gehören in die Problemstoffsammlung (Fetty, Nöli).
  • Gehen Sie mit Geschirrspülmittel sparsam um, Bürste und heißes Wasser reinigen umweltschonender.
  • Das Backrohr sollte sofort gereinigt werden - mit einem umweltschonenden Scheuermittel, statt mit stark laugenhaltigen Backofenreinigern.
WÄSCHE WASCHEN
  • Meist kommt man mit viel weniger Waschmittel aus - Testen Sie selbst, wieviel Sie für saubere Wäsche brauchen.
  • Vollwaschmittel belasten unsere Gewässer stark - Entscheiden Sie sich stattdessen für Waschmittel auf Seifenbasis oder für das Baukastensystem: Waschmittel auf Seifenbasis, Soda und Percarbonat als Bleichmittel.
  • Verzichten Sie auf Weichspüler: Sie zerstören die Lebensgrundlage für viele Kleinstlebewesen in Gewässern. Essig in den Weichspülgang und Kräutersäckchen im Kasten sind billiger und umweltfreundlich.
  • Statt Fleckenentferner können Sie Salz, Zitrone oder Gallseife verwenden. So schützen Sie Ihre Gesundheit und unser Wasser.
WC
  • Speiseabfälle, Binden, Tampons, Windeln, Zigarettenreste, Katzenstreu usw. gehören in den Mistkübel. Sonst besteht die Gefahr, daß der Kanal verstopft wird - das "Herausfischen" von Mist bedeutet zusätzliche Arbeit und hohe Kosten.
  • Feuchttücher, feuchtes Toilettenpapier und WC-Reinigungstücher sind stark zunehmend ein großes Problem, wenn sie über das WC entsorgt werden. Sie erzeugen Verstopfungen und führen oft zum Totalausfall von Pumpen. Dies schlägt sich in stark steigenden Kosten nieder, die SIE zu tragen haben! Lesen Sie die Angaben auf den Verpackungen - mit wenigen Ausnahmen müssen alle über den Restmüll entsorgt werden!
  • Verzichten Sie auf Beckensteine und stark säure- und chlorhaltige Sanitärreiniger. Klobesen, umweltschonende Putzmittel und Essigwasser gegen Urinstein sorgen für ausreichende Hygiene.
  • Bei Rohr- und Abflußverstopfung mechanische Mittel wie Saugglocke und Drahtspirale verwenden.
  • Gegen Geruch helfen Lavendelsträuße oder das Abbrennen von 1-2 Zündhölzern.

Daher Überlegen vorm Runterlassen - Müll hat im WC nichts verloren!
Es gibt nur zwei Arten fester Abfälle, die ins WC entsorgt werden sollen:

Fäkalien und "normales" Toilettenpapier